1. Stufe „Yama“ – der Umgang mit Anderen
Yama verkörpert den ethischen Verhaltenskodex den wir im Leben befolgen müssen und erinnert uns an unsere Verantwortung als soziale Wesen. Yama hat fünf Prinzipien:

  1. ahimsa – Gewaltlosigkeit
    Ahimsa verlangt genaue Selbstbeobachtung um negative Gedanken und Taten durch Positive und Konstruktive zu ersetzen.
  2. satya – Wahrheitsliebe
    Lügen, Betrügen, Unehrlichkeit und Enttäuschungen verstossen gegen das Prinzip von Satya. Dazu gehören auch die Notlügen – eine Woche lang ohne jede Notlüge zu leben, ist ein interessanter Selbstversuch.
  3. asteya –Nichtstehlen
    Asteya ist das Gebot des Nicht-Stehlens, das frei sein von Habgier und auch den Raubbau an Naturressourcen. Ein Yogi respektiert den Besitz der anderen ohne Wehmut, Neid oder Verlangen.
  4. brahmacharya – Enthaltsamkeit
    Brahmacharya meint nicht eine völlige Enthaltsamkeit sondern ein Sexualleben das Zufriedenheit und moralische Stärke fördert. Das Gebot empfiehlt auch den bewussten Einsatz aller Sinne – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. In unserer Zeit der anhaltenden Reizüberflutung ist das eine Aufgabe, die nur in der Meditation bewältigt werden kann.
  5. aparigraha – frei sein von Begehren
    Diese Regel kann auch mit „Nichthorten“ übersetzt werden. Ein Yogi übt sich in Genügsamkeit und spirituellem Streben. Er sammelt keine materiellen Reichtümer an, sondern lässt Dinge kommen und gehen wie es dem Wohl aller dient.

2. Stufe „Niyama“– die Reinheit
Will ein Mensch den Yoga-Pfad verfolgen, sind äussere und innere Reinheit unerlässlich. Auch die Fähigkeit zufrieden zu sein, muss geübt werden. Ein Yogi sucht das Glück im Inneren, nicht in äusserlichen Umständen. Unter Nyama versteht man auch kritische Selbstreflexion, das Studium der Yoga-Schriften und das Gebot der Demut und Ehrfurcht im spirituellen Streben.

3. Stufe „Asana“ – die Körperübungen
„Reinige den Körper, indem du ihn im Feuer des Yoga festigst“ sagte der Yogi Gheranda Samitha. Beim Üben eines Asanas entsteht Energie – das Verweilen im Asana verteilt diese Energie – das Herausgehen aus einem Asana bewahrt sie und hindert sie zu vergehen. Diese Disziplin befasst sich mit den Körperübungen die zur richtigen „Hinsetzung“, also zur Meditation führen. Durch die Körperbeherrschung werden die Energien/Kräfte „HA“ Sonne/Shiva und „THA“ Mond/Shakti in harmonischen Einklang gebracht.

4. Stufe „Pranayama“ – die Lenkung des Atems
Prana ist die „Lebensenergie“, die Kraft und Wille einschliesst, während ayama „strecken, ausdehnen, erweitern“ bedeutet. Somit kann man Pranayama als das Ausdehnen und Erweitern der Vitalkraft beschreiben. Die Atembewegung soll uns schrittweise immer tiefer in uns selbst führen. Pranayama ist der wirkungsvollste Prozess mit dem Energie nach innen gelenkt wird. So wird der Geist auf die nächste Stufe vorbereitet.

5. Stufe „Pratyahara“ – das Zurückziehen der Sinne
Wenn sich die Gedanken von den Objekten der Begierde lösen, wird der Geist aus der Macht der Sinne entlassen, die wiederum passiv werden. Der Geist wendet sich nach innen und ist befreit von der Tyrannei der Sinne – das ist Prathyahara! Über die Asanas lernt man den Körper zu beherrschen, mit Pranayama den Atem zu kontrollieren und mit Pratyahara die Sinne zu beherrschen.

6. Stufe „Dharana“ – die Konzentration
Der kontrollierte Geist, den man in Prathyahara erreicht hat, konzentriert deine Aufmerksamkeit auf einen Gedanken, ein Objekt oder ein Mantra in Dharana. Der Geist ist ganz nach innen gerichtet… Dharana ist die Einpunkt-Konzentration die ohne Unterbruch aufrechterhalten wird. Nur so kann völlige Leere als Voraussetzung für die siebte Stufe eintreten.

7. Stufe „Dhyana“ – die wahre Meditation
In Dhyana erfährt man Befreiung, Erweiterung, Stille und Frieden. In dieser Disziplin wird die Fähigkeit erlangt, eine Beziehung zwischen sich un dem höheren Wissen herzustellen. Körper und atem sind rein und der Geist klar in der Wahrnehmung.

8. Stufe „Samadhi“ – die Erleuchtung
Samadhi ist ein Zustand völliger Versunkenheit. Obwohl man in Samadhi auf der Ebene des Verstandes erklären kann, ist es nur auf der Ebene des Herzens wirklich erfahrbar. Letzlich kann Samadhi nur als Ergebnis eines disziplinierten Yoga erfahren werden. Kundalini durchströmt den Körper ohne Unterlass. Das Kronen-Chakra öffnet sich weit und das höhere Wissen erleuchtet den Suchenden. Samadhi, Zustand universeller Liebe – ist Yoga!